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Psychologiekurse von internationalen Experten.

Neurodiversität in der klinischen Praxis

  • Teacher: Christophe Herbert
  • Duration:
  • Price: 49.00 €
Certificate:

Must pass final exam in score over 70%

Neurodiversität in der klinischen Praxis: neurodivergente Erwachsene erkennen, einschätzen und begleiten

Eine umfassende Fortbildung über neurodivergente Profile für klinische Psychologen

Ihr Patient ist intelligent, drückt sich gut aus, führt ein geregeltes Berufsleben. Und dennoch stimmt etwas nicht. Er ist nach sozialen Interaktionen unerklärlich erschöpft. Er leidet seit jeher unter dem Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören. Er hat jahrelang unter chronischer Angst gelitten, ohne dass die üblichen Behandlungen viel bewirkt hätten. Und vielleicht — er sagt es Ihnen zögernd — fragt er sich, ob er nicht irgendwie „anders" ist.

Dieser Patient ist möglicherweise neurodivergent. Und in einer allgemeinpsychologischen Praxis ist er deutlich häufiger anzutreffen als man vermuten würde: Schätzungen zufolge zeigt 15 bis 20 % der Bevölkerung eine Form von Neurodivergenz — das entspricht potenziell 3 oder 4 Ihrer 20 Patienten in Behandlung.

Diese 6-modulige Fortbildung, die sich ausschließlich an Psychologen und Fachkräfte der psychischen Gesundheit richtet, vermittelt Ihnen die klinischen Werkzeuge, um diese Profile zu identifizieren, ihre innere Logik zu verstehen und Ihre Begleitung anzupassen — unabhängig davon, ob Ihre Patienten eine formale Diagnose erhalten haben oder nicht.


Lernziele

Nach Abschluss dieser Fortbildung sind Sie in der Lage:

1. Die wichtigsten neurodivergenten Profile Erwachsener im klinischen Kontext zu erkennen
ASS, ADHS, Hochbegabung (HBB), LRS-Störungen und atypische Sinnesverarbeitung in ihren Erwachsenenpräsentationen zu unterscheiden — die oft erheblich von den klassischen, auf die Kindheit ausgerichteten Beschreibungen abweichen. Verdeckte Vorstellungsgründe (Angst, Depression, Burnout) zu erkennen, hinter denen sich eine nicht diagnostizierte Neurodivergenz verbergen kann.

2. Die profilübergreifenden gemeinsamen Mechanismen zu verstehen
Die Schlüsselkonzepte zu beherrschen, die alle neurodivergenten Profile durchziehen: Masking (Tarnung), Entwicklungsasynchronie, Emotionsdysregulation, Spätdiagnose und ihre Identitätsfragen. Zu verstehen, warum diese Profile massiv überlappen und wie man zwischen den Diagnosen navigiert, ohne sich zu verlieren.

3. Den therapeutischen Rahmen an die spezifischen Bedürfnisse dieser Patienten anzupassen
Über konkrete Werkzeuge zu verfügen, um die eigene klinische Praxis anzupassen: Kommunikation, Sitzungsstruktur, sensorisches Umfeld, therapeutische Ziele. Validierte Evaluationsinstrumente zu kennen und zu wissen, wie man zu den geeigneten Fachgutachten überweist.

4. Eine vom Neurodiversitätsbewegung informierte ethische Haltung einzunehmen
Neurologische Unterschiedlichkeit und klinisches Leiden zu unterscheiden. Die Identitätsdimension von Neurodivergenz und ihre Implikationen für die therapeutische Beziehung zu erkennen. Die Post-Diagnose-Integration zu begleiten — Erleichterung, Wut, Trauer, Identitätsrekonstruktion — mit den geeigneten Werkzeugen.


Inhalt der Fortbildung

Die Fortbildung gliedert sich in 6 Module, die in Ihrem eigenen Tempo zugänglich sind — als Video-Vortrag mit Avatar-Trainer.

Modul 1 — Einführung in die Neurodiversität

Definitionen und konzeptueller Rahmen: neurotypisch vs. neurodivergent. Geschichte des Begriffs und der Neurodiversitätsbewegung. Die beiden Verständnismodelle (medizinisch und Neurodiversität). Überblick über die Profile. Prävalenzdaten und Herausforderungen der Unterdiagnose. Nosografische Orientierungspunkte: DSM-5 und ICD-11.

Modul 2 — ASS beim Erwachsenen

Diagnostische Kriterien DSM-5 und Unterstützungsniveaus. Klinische Erwachsenenpräsentation: das klinische Eisbergmodell. Sensorische Besonderheiten. Masking: Mechanismen (Mimikry, Scripts, Stim-Unterdrückung), Folgen (autistisches Burnout, Identitätskonfusion, Diagnoseverzögerung). ASS und Geschlecht: der weibliche Phänotyp. Differenzialdiagnose und Komorbiditäten. Anpassungen des therapeutischen Rahmens.

Modul 3 — ADHS im Erwachsenenalter

Entwicklung des Konzepts und Persistenz im Erwachsenenalter. Die drei klinischen Präsentationen. Exekutivfunktionen: Zeitblindheit, Dysregulation, Inhibition, Aufgabeninitiation. Emotionsdysregulation und RSD (Rejection Sensitive Dysphoria). ADHS und Geschlecht: das weibliche Profil. Klinische Evaluation (CAARS, ASRS, DIVA 2.0). Therapeutische Ansätze: Psychoedukation, KVT nach Safren, Coaching, Medikation.

Modul 4 — Hochbegabung (HBB)

Definitionen: IQ ≥ 130, Prävalenz, Grenzen des IQ. Rein kognitives und ganzheitliches Modell (Dabrowski). Vernetztes Denken. Entwicklungsasynchronie: intellektuell, emotional, sozial, intra-kognitiv. Überempfindlichkeiten. Spezifische Leidensbereiche: Isolation, Perfektionismus, Hochstapler-Syndrom, chronische Langeweile. Mythen und klinische Realität. Doppelte Ausnahme (HBB+ASS, HBB+ADHS, HBB+LRS). Begleitungsorientierungen.

Modul 5 — LRS-Störungen und sensorische Überempfindlichkeit

Die Familie der LRS-Störungen: gemeinsame Merkmale und neurobiologische Grundlage. Legasthenie bei Erwachsenen: Präsentation, Kompensationsstrategien, Auswirkungen. Dyskalkulie, Dysorthografie, Dysphasie. Dyspraxie (UEMF): Motorik, räumliche und zeitliche Organisation. Atypische Sinnesverarbeitung: Hyper- und Hyposensitivität in den fünf sensorischen Modalitäten, Interozeption. Sensorische Überlastung und Emotionsregulation. Begleitung, Anpassungen und berufliche Vorkehrungen.

Modul 6 — Komplexe klinische Bilder und Synthese

Komorbiditätskartierung. Logik der Überschneidungen: gemeinsame genetische Basis, transdiagnostische Dimensionen. Das AuADHS-Profil (ASS+ADHS). Neurodivergenz und Trauma. Klinische Methode bei Komplexität: Entwicklungsanamnese, dimensionaler Ansatz, Priorisierung nach Leid. Diagnostische Fallstricke. Spätdiagnose: Post-Diagnose-Reaktionen, Identitätsintegration, Trauerarbeit. Neurodiversitätsbewegung. Haltung des neurodiversitätsinformierten Klinikers.


Was Sie in dieser Fortbildung finden

  • 6 Video-Module mit Avatar-Trainer, unbegrenzt zugänglich
  • Wissensüberprüfungsquiz nach jedem Modul (30 Fragen insgesamt)
  • Herunterladbare Lernunterlagen (vollständige Präsentationen)
  • Herunterladbares Fortbildungszertifikat nach Abschluss des Kurses

Für wen ist diese Fortbildung?

Diese Fortbildung richtet sich an klinische Psychologen, Psychotherapeuten, Neuropsychologen, Psychiater und alle Fachkräfte der psychischen Gesundheit, die ihr Wissen und ihre klinische Praxis mit neurodivergenten Erwachsenen vertiefen möchten.

Sie ist besonders geeignet für Fachleute, die:

  • Erwachsene in der Allgemeinpraxis behandeln und neurodivergente Profile besser erkennen möchten
  • bereits diagnostizierte Patienten haben und ihr klinisches Verständnis vertiefen möchten
  • mit therapieresistenten Angst-Depressions-Bildern konfrontiert sind und den neurodivergenten Ansatz erkunden möchten
  • mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen in Phasen der Identitätsfindung arbeiten
  • eine Anfrage zur Post-Diagnose-Begleitung erhalten haben

Es sind keine spezifischen Vorkenntnisse über eine grundlegende Ausbildung in klinischer Psychologie hinaus erforderlich.