Die Polyvagal-Theorie in der psychotherapeutischen Praxis
Eine Fortbildung für Psychologen und Psychotherapeuten
Die 1994 von Stephen Porges formulierte Polyvagal-Theorie hat unser Verständnis des autonomen Nervensystems, des Traumas und der therapeutischen Begegnung grundlegend verändert. Diese Fortbildung bietet Ihnen einen vollständigen, in acht Module gegliederten Weg, um diese theoretische und klinische Revolution in Ihrer täglichen Praxis zu integrieren.
Was Sie lernen werden
Diese Fortbildung führt Sie vom hierarchischen Drei-Ebenen-Modell von Porges bis zu konkreten klinischen Interventionen, über die polyvagale Bewertung, die Lesart des Traumas, die therapeutische Koregulation und die Regulation des Therapeuten selbst. Sie werden lernen:
- die drei autonomen Zustände — ventraler Vagus, Sympathikus, dorsaler Vagus — bei Ihren Patienten in der Sprechstunde zu erkennen
- eine polyvagale Bewertung durch vier Beobachtungsmarker und vier Schlüsselfragen für die Anamnese durchzuführen
- die klinische Lesart des Traumas mit dem Konzept der erstarrten autonomen Reaktion zu erneuern
- die polyvagale Lesart mit der Bindungstheorie (Bowlby, Ainsworth, Main) und der Schematherapie von Jeffrey Young zu verknüpfen
- Ihre Prosodie, Ihre Mimik und Ihren Körperrhythmus als therapeutische Werkzeuge der Koregulation zu mobilisieren
- Ihren eigenen autonomen Zustand zu erkennen und die Phänomene der Gegenübertragung-Ansteckung zu identifizieren
- gezielte Interventionen für jeden der drei Zustände anzuwenden: den dorsalen Zustand remobilisieren, den sympathischen Zustand modulieren, den Zugang zum ventralen Vagus erweitern
- iatrogene Fallen wie die Tiefenentspannung beim dorsalen Patienten oder die kognitive Konfrontation beim sympathischen Patienten zu antizipieren
- Brüche der therapeutischen Allianz polyvagal zu handhaben und den Therapieabschluss als Ausstieg aus der Koregulation vorzubereiten
Eine integrative Pädagogik
Diese Fortbildung positioniert die Polyvagal-Theorie nicht als weitere therapeutische Schule, sondern als transversalen Rahmen, der die kognitive Verhaltenstherapie, die Schematherapie, die Mentalisierung und den psychodynamischen Ansatz bereichert. Jedes Modul verknüpft theoretische Schärfe und klinische Anwendbarkeit, mit zahlreichen Verbindungen zu den nosographischen Werkzeugen DSM und ICD.
Zwei detaillierte klinische Vignetten
Das Schlussmodul illustriert konkret die Anwendung der Polyvagal-Theorie durch zwei kontrastierende therapeutische Verläufe: eine Patientin mit komplexem Trauma mit dorsaler Dominanz und ein Patient mit Panikstörung mit sympathischer Dominanz. Sie werden im Detail sehen, wie die polyvagale Lesart die Wahl und die Reihenfolge der therapeutischen Interventionen orientiert.
Für wen ist diese Fortbildung gedacht
Diese Fortbildung richtet sich an Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater in Praxis, die ihre klinische Lesart durch eine neurophysiologische Schicht bereichern möchten. Vorkenntnisse in der Polyvagal-Theorie sind nicht erforderlich: die Fortbildung beginnt bei den theoretischen Grundlagen und führt Sie progressiv bis zu den fortgeschrittensten klinischen Anwendungen.
Asynchrones Online-Format
Die Fortbildung ist in acht autonome Module gegliedert, die in Ihrem eigenen Tempo abgerufen werden können. Jedes Modul kombiniert ein videopräsentiertes Verbatim, illustrierte Folien und einen Abschlusstest, um Ihre Aneignung der wesentlichen Konzepte zu validieren.