Sie sitzen einem Patienten gegenüber, der seit Monaten kaum das Bett verlässt, nichts mehr als sinnvoll erlebt und überzeugt ist, dass sich nichts ändern wird. Die Diagnose ist klar — aber wie strukturieren Sie Ihre Interventionen? Wo beginnen Sie: beim Verhalten, bei den Kognitionen, bei der Beziehung? Und wie halten Sie die therapeutische Allianz aufrecht, wenn Hoffnungslosigkeit und Passivität die Sitzungen dominieren?
Die kognitive Verhaltenstherapie bietet bei Depression eines der am besten validierten Behandlungsangebote der klinischen Psychologie. Diese Fortbildung gibt Ihnen einen vollständigen, strukturierten Überblick — von den theoretischen Grundlagen bis zur konkreten Durchführung, von der Fallkonzeptualisierung bis zur Rückfallprävention.
Was Sie lernen werden
Nach Abschluss dieser Fortbildung sind Sie in der Lage:
- Die drei zentralen KVT-Modelle der Depression (Beck, Lewinsohn, Seligman) anzuwenden und klinisch zu integrieren
- Automatische Gedanken und Kernannahmen zu identifizieren und auf beiden Ebenen zu intervenieren
- Eine KVT-Fallkonzeptualisierung zu erstellen — mit prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren
- Die Verhaltensaktivierung als primäre Technik bei schwerer Depression gezielt einzusetzen
- Kognitive Umstrukturierung und sokratisches Fragen anzuwenden und an die Rumination anzupassen
- Die therapeutische Allianz mit dem depressiven Patienten aufzubauen, aufrechtzuerhalten und Bündnisbrüche produktiv zu reparieren
- Das Suizidrisiko systematisch zu evaluieren und einen Sicherheitsplan zu erarbeiten
- Einen personalisierten Rückfallpräventionsplan zu entwickeln und das Therapieende therapeutisch zu begleiten