Sie stellen es Woche für Woche in der Praxis fest: Trotz sorgfältiger Psychoedukation, Entspannungstechniken und gut durchgeführter kognitiver Umstrukturierung bleiben manche ängstlichen Patientinnen und Patienten in ihrer Angst gefangen. Je mehr sie dagegen ankämpfen, desto mehr verengt sich ihre Welt. Was, wenn das Problem nicht die Angst selbst wäre, sondern der permanente Kampf dagegen? Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie schlägt eine grundlegende Umkehrung vor: nicht mehr die Angst zu beseitigen, sondern dem Patienten zu helfen, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Diese Fortbildung vermittelt Ihnen konkrete klinische Werkzeuge, um eine ACT-Therapie vom Erstgespräch bis zum Therapieabschluss zu führen.
Was Sie lernen werden
Nach Abschluss dieser Fortbildung werden Sie in der Lage sein:
- Experienzielle Vermeidung als den zentralen transdiagnostischen Prozess zu erkennen, der Angst aufrechterhalten und verstärken
- Die sechs Prozesse des Hexaflex einzusetzen, um einen klinischen Fall zu konzeptualisieren und den therapeutischen Einstiegspunkt zu wählen
- Kognitive Defusion durchzuführen, um dem Patienten zu helfen, sich von seinen Angstgedanken zu lösen
- Akzeptanz von Resignation zu unterscheiden und das aktive Einverständnis mit Unwohlsein zu begleiten
- Exposition neu zu denken – im Dienst der Erweiterung des Verhaltensrepertoires, nicht allein der Symptomreduktion
- Die Werte des Patienten zu klären und mit dem Unwohlsein zu verknüpfen, um dem Handeln einen Sinn zu geben
- Gestufte Handlungspläne zu entwickeln, die es ermöglichen, mit der Angst voranzuschreiten statt gegen sie
- Rückfälle zu antizipieren und einen Therapieabschluss vorzubereiten, bei dem der Patient zum eigenen ACT-Therapeuten wird
Detailliertes Programm
Modul 1 — Angst neu verstehen Von der Kontrolle zur erfahrungsmäßigen Vermeidung: warum der Kampf gegen die Angst sie verschlimmert, und wie die therapeutische Öffnung durch kreative Hoffnungslosigkeit gelingt.
Modul 2 — Das Modell der psychologischen Flexibilität Der Hexaflex und sein Gegenstück, der Inflexahex: die sechs Gesundheitsprozesse und ihre Umkehrung beim ängstlichen Patienten.
Modul 3 — Kognitive Defusion Sich von Angstgedanken lösen, die Grundlagen der Relational Frame Theory verstehen und vier Defusionstechniken beherrschen.
Modul 4 — Akzeptanz Raum für Unwohlsein schaffen, Akzeptanz von Resignation unterscheiden und die Rolle der Exposition grundlegend neu denken.
Modul 5 — Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment und das Selbst als Kontext Den Patienten im Hier und Jetzt verankern und ihm helfen, sich mithilfe des beobachtenden Selbst von seinen eigenen mentalen Inhalten zu distanzieren.
Modul 6 — Werte klären Jenseits der Angst eine Lebensrichtung wiederfinden – mit konkreten Klärungswerkzeugen und der zentralen Frage der ACT.
Modul 7 — Engagiertes Handeln Eine wertebasierte Handlungstreppe aufbauen, Hindernisse für das Handeln bearbeiten und den Umgang mit Rückfällen entkrampfen.
Modul 8 — Klinische Integration Eine ACT-Therapie von Anfang bis Ende führen, illustriert durch zwei vollständige Fallstudien: eine Panikstörung und eine generalisierte Angststörung.