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Psychologiekurse von internationalen Experten.

Die abhängige Persönlichkeit

  • Teacher: Christophe Herbert
  • Duration:
  • Price: 39.00 €
Certificate:

Must pass final exam in score over 70%

Die abhängige Persönlichkeit: klinisches Profil, Separation-Individuation und therapeutische Verselbständigung

Er oder sie blickt Sie nach jedem Satz an, wie um Ihre Zustimmung einzuholen. Auf Ihre Frage „Was wünschen Sie sich denn?" kommt die Antwort: „Ich weiß nicht, was denken Sie denn?". Der abhängige Patient ist oft der kooperativste, der dankbarste — und genau das macht seine Begleitung so heikel. Hinter der Fügsamkeit wacht eine archaische Trennungsangst, und die Falle für den Kliniker besteht darin, zu der starken Figur zu werden, die der Patient zu brauchen glaubt. Diese Fortbildung gibt Ihnen die klinischen Orientierungspunkte, um dieses Profil zu erkennen, zu verstehen, was ihm zugrunde liegt, und es zu einer echten Autonomie zu begleiten — ohne es je zu drängen oder zurückzuhalten.


Was Sie lernen werden

Am Ende dieser Fortbildung werden Sie in der Lage sein,

  • die kardinalen Erscheinungen der abhängigen Persönlichkeit zu erkennen und sie von verwandten Bildern (vermeidend, Borderline, histrionisch) abzugrenzen;
  • eine sorgfältige Beurteilung zu führen, ohne sich von der Gefälligkeit des Patienten täuschen zu lassen;
  • den Kern der Störung in einer unvollendeten Separation-Individuation zu verorten und ihre Wiederholung in der Beziehung zu hören;
  • Ihre eigenen gegenübertragungsbezogenen Regungen (Allmacht, Rettung, Überfürsorglichkeit) zu erkennen und zu regulieren;
  • vier integrative Interventionshebel um eine einzige Achse einzusetzen: die Verselbständigung;
  • das Therapieende in eine endlich heilsame Trennungserfahrung zu verwandeln.

Detailliertes Programm

Modul 1 — Theoretische Grundlagen der Abhängigkeit. Von der gesunden Abhängigkeit zur Störung, durch vier sich ergänzende Perspektiven: KVT, psychodynamisch, Schematherapie, Mentalisierung.

Modul 2 — Das klinische Profil in der Konsultation. Die vier kardinalen Erscheinungen, die Komorbiditäten und die Differentialdiagnose.

Modul 3 — Die klinische Beurteilung und die Anamnese. Instrumente, gezielte Anamnese und das Aushebeln der Bias von Erwünschtheit und Gefälligkeit.

Modul 4 — Die Herausforderungen der Separation-Individuation. Mahler, die Objektkonstanz und die transgenerationale Wiederholung, im Kern der Störung.

Modul 5 — Therapeutische Allianz und Gegenübertragung. Die Beziehung als Instrument, der Rahmen als Hebel, stützen ohne zu unterwerfen.

Modul 6 — Die integrativen Interventionsstrategien. Vier verbundene Hebel: Entscheidungsaktivierung, begrenzte Nachbeelterung, empathische Konfrontation, Mentalisierung, Bearbeitung der Verlustangst.

Modul 7 — Die fortschreitende Verselbständigung. Stufenleiter, Handlungsfähigkeit, paradoxe Widerstände und Reparatur der Allianzbrüche.

Modul 8 — Therapieende und Fallbeispiele. Die Beendigung als strukturierende Prüfung, veranschaulicht durch zwei kontrastierende Vignetten.


Zielgruppe

Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Fachkräfte der psychischen Gesundheit. Grundkenntnisse in Psychopathologie und Gesprächsführung werden empfohlen.


Warum diese Fortbildung

Ein wahrhaft integrativer Ansatz. Vier theoretische Rahmen, um einen gemeinsamen klinischen Faden verbunden, nicht beliebig nebeneinandergestellt.

Eine durchgehende klinische Verankerung. Konkrete Formulierungen, Musterfragen und zwei Fallbeispiele, die zeigen, wie ein realer Verlauf aussieht.

Eine seltene Aufmerksamkeit für die Gegenübertragung. Diese Fortbildung benennt die Fallen, die der abhängige Patient dem Kliniker stellt, und wie man ihnen nicht erliegt.

Ein kohärenter roter Faden. Von der ersten bis zur letzten Sitzung ein klares Ziel: dem Patienten helfen, verbunden zu sein, ohne unterworfen zu sein, und getrennt, ohne vernichtet zu sein.

Die 4 Lernziele

Nach Abschluss der Fortbildung ist die teilnehmende Person in der Lage,

  1. die abhängige Persönlichkeit zu identifizieren und zu beurteilen: ihre kardinalen klinischen Erscheinungen zu erkennen, sie von verwandten Bildern abzugrenzen und eine sorgfältige Beurteilung unter Aushebelung der Gefälligkeits-Bias zu führen;
  2. die Herausforderungen der Separation-Individuation zu verstehen: die Störung in einem unvollendeten Entwicklungsprozess zu verorten (Objektkonstanz, Fusion, Subjektivierung) und ihre Reaktivierung im Erwachsenenalter und im therapeutischen Rahmen zu erkennen;
  3. integrative Interventionsstrategien einzusetzen: die Hebel KVT, Schematherapie, Mentalisierung und psychodynamisch im Dienst der Verselbständigung zu verbinden und dabei die eigene Gegenübertragung zu regulieren;
  4. die Verselbständigung und das Therapieende zu begleiten: einen gestuften Verselbständigungsplan im Rhythmus des Patienten aufzubauen und die Beendigung in eine strukturierende, heilsame Trennungserfahrung zu verwandeln.