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Psychologiekurse von internationalen Experten.

Das Komplexe Trauma

  • Teacher: Christophe Herbert
  • Duration:
  • Price: 29.00 €
Certificate:

Must pass final exam in score over 70%

Komplexes Trauma (C-PTSD): Beurteilung, Neurobiologie und Interventionsstrategien

Sie kennen diese Patienten. Diese Patienten, die seit der Adoleszenz eine Reihe von Diagnosen erhalten haben — behandlungsresistente Depression, generalisierte Angststörung, Bipolar-II, sehr häufig Borderline-Persönlichkeitsstörung — und die trotz aller Bemühungen nicht so „ansprechen", wie es die Standardprotokolle erwarten lassen. Vielleicht haben Sie eine klassische Expositionstherapie versucht und mussten feststellen, dass der Patient massiv dissoziierte, noch bevor die Erinnerung überhaupt angesprochen werden konnte.

Diese Patienten haben oft kein einzelnes traumatisches Ereignis erlebt. Sie haben einen Zustand der dauerhaften, unausweichlichen Bedrohung erlebt — meist während der kritischen Entwicklungsphasen ihres Lebens. Was sie zeigen, ist keine Persönlichkeitskrankheit, sondern eine globale Überlebensanpassung, die in die Struktur ihrer Persönlichkeit eingeschrieben wurde.

Die ICD-11 hat 2018 die Komplexe posttraumatische Belastungsstörung als eigenständige Diagnose anerkannt. Diese Fortbildung gibt Ihnen den klinischen Rahmen, die neurobiologische Grundlage und die konkreten Interventionsstrategien, um diese Patienten anders zu sehen — und anders zu behandeln.

Fünf Module, etwa zwei Stunden vertieften Inhalts, ein phasenorientiertes Behandlungsmodell und ein Werkzeugkasten für die klinische Praxis.

Was Sie lernen werden

Am Ende dieser Fortbildung sind Sie in der Lage:

  • Diagnostizieren Sie ein Komplexes Trauma anhand der ICD-11-Architektur „3 + 3" (klassische PTSD-Kriterien plus drei Störungen der Selbstorganisation) und unterscheiden Sie es klinisch fein von der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Verstehen Sie die neurobiologischen Grundlagen des Traumas — autonomes Nervensystem, Polyvagal-Theorie, Toleranzfenster — und erkennen Sie, warum eine rein verbale Therapie für diese Patienten nicht ausreicht
  • Strukturieren Sie Ihre Behandlung nach dem phasenorientierten Modell, indem Sie eine ausreichende Stabilisierung erreichen, bevor Sie die Trauma-Verarbeitung in Phase 2 in Erwägung ziehen
  • Anwenden Sie konkrete Werkzeuge der Phase 1 — Grounding-Techniken, Regulation der Physiologie, Arbeit mit emotionalen Flashbacks — um Ihren Patienten zu helfen, die Kontrolle über ihr Nervensystem zurückzugewinnen

Detailliertes Programm

Modul 1 — Definitionen, klinische Nuancen und Nosologie Die historische Entwicklung von Judith Hermans bahnbrechender Arbeit (1992) bis zur Anerkennung durch die WHO in der ICD-11 (2018). Die Architektur „3 + 3", die Störungen der Selbstorganisation und die zentrale Differentialdiagnose zur Borderline-Persönlichkeitsstörung — mit Auswirkungen auf die gesamte therapeutische Strategie.

Modul 2 — Neurobiologie des Traumas und Überlebensmechanismen Die innere Mechanik des Traumas: das autonome Nervensystem, die Polyvagal-Theorie nach Stephen Porges, die Logik der Überlebensreaktionen. Warum das Komplexe Trauma im Körper verkörpert ist — und warum es nicht allein durch das Wort geheilt werden kann.

Modul 3 — Klinische Beurteilung und psychometrische Werkzeuge Die strukturierte Erfassung des Komplexen Traumas: das International Trauma Questionnaire (ITQ), die ICD-11-Kriterien in der klinischen Anwendung, die Differenzierung von komorbiden Störungen und die Vermeidung diagnostischer Fallen.

Modul 4 — Das Phasenmodell und der Werkzeugkasten der Stabilisierung Das phasenorientierte Behandlungsmodell und seine klinische Logik. Das Toleranzfenster (Siegel) als Kompass. Konkrete Werkzeuge der Phase 1: Grounding, Regulation der Physiologie, Arbeit mit Dissoziation und emotionalen Flashbacks. Wie man dem Patienten hilft, die Kontrolle über sein Nervensystem zurückzugewinnen.

Modul 5 — Therapeutische Ansätze der Phase 2 Die Trauma-Verarbeitungsansätze in Phase 2: Indikationen, Voraussetzungen und klinische Vorsichtsmaßnahmen. Wann der Patient bereit ist — und wann er es nicht ist. Die Integration der Phase 2 in eine längerfristige therapeutische Strategie.

Autor

Fortbildung konzipiert von Christophe Herbert mit H4 Éditions.