Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie bei Erwachsenen
Die drei evidenzbasierten Protokolle: Prolongierte Exposition (PE), Cognitive Processing Therapy (CPT) und Cognitive Therapy for PTSD (CT-PTSD)
Überblick
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) gehört zu den am besten erforschten psychischen Störungen, und dennoch bleibt die Wahl des richtigen Behandlungsprotokolls im klinischen Alltag eine anspruchsvolle Entscheidung. Diese Fortbildung vermittelt in zwölf strukturierten Modulen die drei international führenden, traumafokussierten KVT-Protokolle für die Behandlung Erwachsener: die Prolongierte Exposition nach Foa, die Cognitive Processing Therapy nach Resick und die Cognitive Therapy for PTSD nach Ehlers und Clark.
Jedes Protokoll wird von seinen theoretischen Grundlagen bis zur konkreten klinischen Durchführung behandelt — mit Sitzungsstruktur, Schlüsseltechniken, Indikationen, Wirksamkeitsdaten und Grenzen. Die Fortbildung legt besonderen Wert auf die differentielle Indikationsstellung: Sie lernen nicht nur, jedes Protokoll anzuwenden, sondern auch, anhand des klinischen Profils Ihrer Patientinnen und Patienten das am besten geeignete Vorgehen auszuwählen.
Lernziele
Nach Abschluss dieser Fortbildung sind die Teilnehmenden in der Lage:
Verstehen
- die theoretischen Grundlagen der drei Protokolle zu erklären — die Theorie der emotionalen Verarbeitung (Foa & Kozak), die sozialkognitive Theorie (Resick & Schnicke) und das kognitive PTBS-Modell (Ehlers & Clark);
- die zentrale Bedeutung der wahrgenommenen gegenwärtigen Bedrohung, der Furchtstruktur und der „festsitzenden“ Kognitionen für die Aufrechterhaltung der chronischen PTBS zu beschreiben.
Anwenden
- eine imaginative und eine In-vivo-Exposition strukturiert durchzuführen, einschließlich Aufbau der Expositionshierarchie, SUDS-Monitoring und Bearbeitung der hot spots;
- die CPT-Arbeitsblätter (ABC-Sheet, Challenging Questions, Challenging Beliefs Worksheet) und den sokratischen Dialog der kognitiven Umstrukturierung einzusetzen;
- die signaturgebenden Techniken der CT-PTSD — Updating, Then-versus-Now-Diskrimination, Arbeit an den Trauma-Schauplätzen und Imagery Rescripting — anzuwenden.
Analysieren & Bewerten
- die klinischen Unterschiede zwischen den drei Protokollen zu vergleichen und ihre jeweiligen Indikationen, Kontraindikationen und Grenzen zu unterscheiden;
- auf Basis des individuellen Symptombildes — dominante Furcht, Schuld und Scham oder komplexe Chronifizierung — das am besten geeignete Protokoll auszuwählen und diese Wahl klinisch zu begründen;
- häufige klinische Hindernisse (emotionale Erstarrung, defensive Intellektualisierung, resistente stuck points) zu erkennen und das therapeutische Vorgehen entsprechend anzupassen.
Integrieren
- für eine konkrete klinische Situation einen kohärenten, evidenzbasierten Behandlungsplan zu entwerfen und die drei Protokolle in einen differenzierten therapeutischen Entscheidungsprozess zu integrieren.
Zielgruppe & Format
Diese Fortbildung richtet sich an Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie an Fachpersonen aus dem Bereich der psychischen Gesundheit, die Erwachsene mit posttraumatischer Belastungsstörung behandeln. Vorkenntnisse in kognitiver Verhaltenstherapie sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Das Format ist eine reine Vortragsreihe (Selbststudium) aus zwölf in sich abgeschlossenen Modulen. Den Abschluss bildet eine abschließende Wissensüberprüfung.