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Psychologiekurse von internationalen Experten.

Persönlichkeiten untersuchen

  • Dozent: Nicolas Sajus, Ph.D.
  • Dauer:
  • Preis: 59.00 €
Zertifikat:

Bestehen der Abschlussprüfung mit mindestens 70%

Persönlichkeiten untersuchen: Persönlichkeitsstörungen, Neurosen und Psychosen von der klassischen Nosographie bis zur ICD-11

Eine umfassende Fortbildung über Persönlichkeit und Psychopathologie für Psychologen und Psychotherapeuten

Was macht eine Persönlichkeit aus, und wann wird sie zum Problem? Ein Patient reagiert in jeder Beziehung nach demselben Muster. Ein anderer erlebt seine Gefühle so intensiv und instabil, dass jede Frustration zur Krise wird. Ein dritter wirkt kühl, distanziert und scheint von nichts berührt. In der Praxis stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Handelt es sich um einen Charakterzug, um eine Persönlichkeitsstörung, um eine Neurose oder um den Beginn einer Psychose?

Die Antwort hängt davon ab, welches Modell Sie zugrunde legen. Die klassische, psychoanalytisch geprägte Nosographie unterscheidet Neurosen, Psychosen, Perversion und Borderline-Zustände. Das DSM-5 ordnet Persönlichkeitsstörungen in drei Cluster. Die ICD-11 verzichtet auf feste Typen und beurteilt stattdessen den Schweregrad und die dominanten Persönlichkeitszüge. Wer diese Systeme kennt und miteinander verbinden kann, diagnostiziert präziser und begleitet differenzierter.

Diese 6-modulige Fortbildung führt Sie von den Grundlagen des Persönlichkeitsbegriffs über die Entwicklungstheorien und die klinischen Bilder der Neurosen und Psychosen bis zu den aktuellen Klassifikationen. Sie schließt mit einem Test und einer Abschlussprüfung ab.


Lernziele

Nach Abschluss dieser Fortbildung sind Sie in der Lage:

1. Den Persönlichkeitsbegriff zu definieren und seine Einflussfaktoren (Anlage, Umfeld, Traumata, Lebenserfahrungen) sowie die psychoanalytischen Konzepte von Struktur, Charakter und Charakterzügen zu erklären.

2. Die Entwicklungstheorien von Piaget, Wallon und Freud zu vergleichen und die Persönlichkeitsstörung als ich-synton von anderen psychischen Störungen abzugrenzen.

3. Die Neurosen (Angst-, traumatische, hysterische, phobische und Zwangsneurose) sowie die akuten und chronischen Psychosen anhand ihrer klinischen Zeichen zu erkennen und zu unterscheiden.

4. Die Persönlichkeitsstörungen nach DSM-5 (Cluster A, B und C) und das dimensionale Modell der ICD-11 (Schweregrad und Traitdomänen) anzuwenden und ihre Grenzen kritisch einzuschätzen.


Inhalt der Fortbildung

Die Fortbildung gliedert sich in 6 Module mit einer Gesamtdauer von rund 2 Stunden und 20 Minuten, die Sie in Ihrem eigenen Tempo absolvieren.

Modul 1 — Die Persönlichkeit: Definition, Geschichte und Klassifikationen

Herkunft des Begriffs (persona, die Maske des antiken Theaters), Hippokrates und Galen, pseudowissenschaftliche Ansätze. Definition der Persönlichkeit und ihre Einflussfaktoren. Psychopathologie und ihre Hypothesen. Klassische Nosographie, DSM-5 und ICD-11 im Überblick. Persönlichkeit zwischen Gehirn und Geist, psychoanalytische Ebene (Struktur, Charakter, Charakterzüge, vier klinische Register) und genetischer Ansatz.

Modul 2 — Entwicklungstheorien und klassische Nosographie

Piagets Theorie (Schema, Assimilation, Akkommodation, vier Stadien der kognitiven Entwicklung), Wallons Theorie (sieben Stadien von der Impulsivität bis zur Adoleszenz), Freuds psychosexuelle Stadien. Persönlichkeitsstörungen als ich-synton. Neurosen, Psychosen, Perversion und Borderline-Zustände. Die Angstneurose.

Modul 3 — Angstneurose und traumatische Neurose

Verlauf und Komplikationen der Angstneurose. Arten psychischer Traumata, das traumatisierende Ereignis, die drei Symptombilder der posttraumatischen Belastungsstörung, klinische Begleiterscheinungen, moderne Erkenntnisse (dissoziative Zustände, psychotische Auswirkung) und die Nachträglichkeit („l’après-coup“).

Modul 4 — Hysterische, phobische und Zwangsneurose; akute Psychosen

Hysterische Neurose und Persönlichkeit, Konversionssymptome und moderne Befunde. Phobische Neurosen (Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien). Zwangsneurose: Zwangsgedanken, Rituale und Zwangshandlungen, anankastische Persönlichkeit. Einführung in die Psychosen, Geschichte der Schizophrenie, Epidemiologie und akute wahnhafte Episoden.

Modul 5 — Chronische Psychosen und DSM-5-Cluster

Schizophrenie (Dissoziation, klinische Semiologie, Epidemiologie), Paranoia, chronische halluzinatorische Psychose, manisch-depressive Störung und Borderline-Zustände. Paranoide Psychosen und leidenschaftliche Wahnformen (Querulantenwahn, Erotomanie, Eifersuchtswahn, Interpretationswahn). Multifaktorielle Ätiologie und Neuroentwicklungsmodell. Die drei Persönlichkeitsstörungs-Cluster des DSM-5.

Modul 6 — Die ICD-11 und aktuelle Debatten

Der dimensionale Ansatz der ICD-11: Ende der festen Persönlichkeitstypen, Beurteilung des Schweregrads und der Traitdomänen (negative Affektivität, Distanziertheit, Enthemmung, Antagonismus, Anankasmus). Grenzen von DSM-5 und ICD-11, Spannungsfelder (starre Etikettierung, Komorbidität, Validität, interkulturelle Anwendung). Psychoanalytische Nosographie und Fragen aus der Praxis.


Was Sie in dieser Fortbildung finden

  • 6 Video-Module, unbegrenzt zugänglich
  • Test zur Wissensüberprüfung (20 Fragen) und Abschlussprüfung
  • Herunterladbares Fortbildungszertifikat nach bestandener Prüfung (mindestens 70 % richtige Antworten)

Für wen ist diese Fortbildung?

Diese Fortbildung richtet sich an Psychologen, Psychotherapeuten, Psychiater und alle Fachkräfte der psychischen Gesundheit, die ihr Wissen über Persönlichkeit, Neurosen, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen vertiefen und die verschiedenen Klassifikationssysteme sicher anwenden möchten.

Sie ist besonders geeignet für Fachleute, die:

  • klinische Bilder besser einordnen und zwischen Charakterzug, Persönlichkeitsstörung, Neurose und Psychose unterscheiden möchten
  • mit DSM-5 und ICD-11 arbeiten und die Unterschiede der beiden Systeme verstehen wollen
  • die klassische psychoanalytische Nosographie mit modernen Klassifikationen verbinden möchten